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02.12.2016

Internationaler Tag des Ehrenamts – 5. Dezember

Freiwilligenarbeit im Diakoniewerk - EU-Freiwillige 2016

Freiwillig Engagierte unterschiedlichen Alters bereichern den Alltag für viele Menschen – für Menschen mit Behinderung, Menschen im Alter und Flüchtlinge. Für das Diakoniewerk sind sie eine wichtige Ergänzung im Arbeitsalltag, die nicht mehr wegzudenken ist, denn sie machen mit „ihrer Zeit“ vieles erst möglich und bieten den begleiteten Menschen Unterstützung und Abwechslung.

GALLNEUKIRCHEN. Sie sind zwischen 18 und 90 Jahre alt und schenken eines der wichtigsten Dinge im oft hektischen Arbeitsalltag: nämlich Zeit - für SeniorInnen, Menschen mit Behinderung, Kinder und Flüchtlinge. Seit 2011 kommen auch Jugendliche aus dem Ausland nach Gallneukirchen, um in der Behinderten- und Seniorenarbeit freiwillig tätig zu sein.
Das steigende Engagement aus der Bevölkerung ist für das Diakoniewerk von unschätzbarem Wert. Österreichweit arbeiten mehr als 600 freiwillige Engagierte im Diakoniewerk mit.

Gründe für das stete Wachsen der Freiwilligenzahlen gibt es viele. Es sind die jungen Menschen, meist Studierende, die neben der theoretischen Ausbildung auch etwas Praktisches machen möchten. Junge Mütter engagieren sich in der Karenzzeit nebenbei für andere, weil sie sich über Abwechslung im Kinderbetreuungsalltag freuen. Berufstätige suchen neben der Hektik in ihrem Arbeitsalltag einen Ausgleich. Und viele Freiwillige, die schon in Pension sind, suchen eine neue Aufgabe, aber manchmal auch selbst Gesellschaft und Kontakte, weil sie alleine leben. Ein freiwilliges Engagement bietet dabei die optimale Balance zwischen Sinnhaftigkeit und Flexibilität in der Alltagsgestaltung.

„Freiwilliges Engagement hat sich in den letzten Jahren verändert. Viele Menschen haben sich im Bereich der Flüchtlingsarbeit engagiert, dafür sind wir sehr dankbar. Aber auch AsylwerberInnen selbst, engagieren sich freiwillig, um - wie sie sagen - ihre Zeit sinnvoll zu verbringen und etwas zurückzugeben, Kontakte zu knüpfen und Deutsch zu sprechen. Für Teilhabe und gelebte Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Menschen im Alter oder Menschen aus anderen Ländern sind diese Kontakte sehr wichtig. Sie alle bauen Brücken zu einem gelingenden Miteinander“, unterstreicht Mag. Isabel Beuchel, erfahrene Freiwilligenkoordinatorin im Diakoniewerk.

Junge Freiwillige bringen die Welt ins Haus

Über das EU-Programm „Erasmus + – Youth in action (Jugend in Aktion)“ haben junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren aus Europa und einigen weiteren Partnerländern die Möglichkeit im Diakoniewerk freiwillig tätig zu sein. Seit 2011 als Aufnahmeorganisation akkreditiert, kann das Diakoniewerk bis 2020 jedes Jahr sechs Personen aufnehmen.

„Für die jungen Menschen ist es anfangs oft nicht leicht, sich an die neue Umgebung und die ungewohnte Tätigkeit zu gewöhnen. Dazu kommen Verständigungsschwierigkeiten, weil die Deutschkenntnisse sehr unterschiedlich sind und der Dialekt Probleme bereitet. Aber nach ca. zwei, drei Monaten sind die Anfangsschwierigkeiten überwunden. Ich empfinde das Programm als sehr wertvoll, denn alle lernen viel voneinander – begleitete Menschen, Freiwillige und MitarbeiterInnen“, weiß Isabel Beuchel.

Laura Corina Roullie ist in Argentinien geboren, lebt in Spanien und ist seit September eine der sechs EU-Freiwilligen: "Ich wollte immer als Freiwillige arbeiten. Vor ein paar Jahren habe ich die Gelegenheit gehabt, einen kurzen Dokumentarfilm über blinde Sportler zu machen. Das war eine großartige Erfahrung. Danach habe ich das Diakoniewerksvorhaben gefunden und hatte keine Bedenken, diesen Dienst zu machen. Jetzt mache ich in meiner Einsatzstelle (Wohnung für Menschen mit Behinderungen) ua. ein Fotoprojekt und will damit andere Perspektiven von Menschen mit Behinderungen zeigen.“
Auch Matthew Edwards aus Großbritannien ist überzeugt, dass es für ihn der richtige Schritt war: „Ich wollte den Europäischen Freiwilligen Dienst machen, weil ich unbedingt mit Menschen mit Behinderungen arbeiten möchte. Dies mache ich in Österreich, anstatt in Großbritannien, weil ich meine Deutschkenntnisse verbessern möchte. Unmittelbar bevor ich hierher kam, wusste ich nicht, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Jeder ist hier sehr nett, ich habe mich eingelebt und bin dankbar, dass ich diese wertvolle Gelegenheit habe.“

Der 5. Dezember will als UN-Gedenk- und Aktionstag das Freiwilligenengagement in den Blickpunkt rücken. Im Diakoniewerk ist der sog. Freiwilligen-Tag, der alljährlich für alle freiwillig Tätigen ausgerichtet wird, ein Zeichen der Wertschätzung und Ausdruck der Dankbarkeit für ihr Engagement.

Kontakt:
Mag.a Isabel Beuchel
Freiwilligenkoordination
Tel. 07235 63251 184
i.beuchel@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/de/freiwillige-mitarbeit/

Bilder:
EU_Freiwillige2016.jpg
Bild: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei.
Bildtext: 6 junge Freiwillige starteten in ihr Jahr – Großbritannien, Spanien, Türkei, Italien, Polen und Deutschland lassen grüßen.
vlnr. Matthew Edwards (UK), Isabel Beuchel (Freiwilligenkoordinatorin, Diakoniewerk), Nadide Gündü (Türkei), Laura Corinna Roullier (Spanien), Marta Rombi (Italien), Nadine Heiermann (D), Grzegorz Moro (Polen)

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse


Freiwilligenarbeit im Diakoniewerk - EU-Freiwillige 2016